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Einblicke

Das nächste Kapitel für ETFs in Europa

4 Minuten Lesezeit

Der europäische ETF-Markt ist rasant gewachsen, ist aber weiterhin deutlich kleiner als sein US-amerikanisches Pendant. Diese Diskrepanz deutet auf ein erhebliches langfristiges Potenzial hin, insbesondere da eine neue Generation von Anlegern andere Erwartungen in Bezug auf Zugang, Technologie und Anlagelösungen besitzt.

Nach 25 Jahren beeindruckenden Wachstums hat der europäische ETF-Markt möglicherweise noch reichlich Raum für Expansion.

Politische Initiativen, die darauf abzielen, die Beteiligung von Privatanlegern an den Kapitalmärkten zu fördern – darunter die „Savings and Investments Union“ –, könnten dazu beitragen, in den kommenden Jahren günstigere Rahmenbedingungen für die Verbreitung von ETFs zu schaffen.

Wir sind der Ansicht, dass dies ganz klar enorme Chancen bietet. Laut einer Studie von ETFGI erreichten die in der europäischen ETF-Branche angelegten Vermögenswerte Ende 2025 einen Rekordwert von 3,22 Billionen US-Dollar, gegenüber 2,27 Billionen US-Dollar im Vorjahr. Dennoch hinkt Europa weiterhin deutlich hinter der US-amerikanischen ETF-Branche her, deren Volumen Ende 2025 bei 13,43 Billionen US-Dollar lag.

Diese Diskrepanz ist von Bedeutung. Nach Angaben des Rates der Europäischen Union sind in der EU lediglich 17 % des Finanzvermögens privater Haushalte in Kapitalmarktinstrumente wie Aktien, Anleihen und Investmentfonds investiert, im Vergleich zu etwa 43 % in den USA.

Für ETF-Anbieter ergibt sich daraus eine klare Chance, mehr Anlegern durch transparente, liquide und kostengünstige Anlageinstrumente die Beteiligung an den Kapitalmärkten zu ermöglichen.

„In diesem Zusammenhang sind ETFs für viele europäische Anleger das Produkt der Wahl, da sie Transparenz, Liquidität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit dem Zugang zu einer breiten Palette von Anlagemöglichkeiten verbinden“, so Ann Prendergast von State Street, Leiterin von State Street Investment Management, EMEA.

Neue Generation, neue Erwartungen

Viele der Faktoren, die zur Verbreitung von ETFs in den vergangenen 25 Jahren beigetragen haben – darunter Transparenz, Liquidität, geringere Kosten und Zugänglichkeit –, sind heute feste Bestandteile der Anlagelandschaft.

Nun stellt sich die Frage, wie die nächste Entwicklungsphase des Marktes verlaufen wird, insbesondere da eine neue Generation von Anlegern die Anlagelandschaft betritt.

Technologie dürfte in dieser nächsten Phase eine zentrale Rolle spielen, sagt Matteo Andreetto, weltweiter Leiter des Bereichs NextGen Business Development and Digital Wealth bei State Street. Da digitale Tools für die Erstellung, Überwachung und Neugewichtung von Portfolios immer wichtiger werden, konzentrieren sich die Anbieter nicht nur auf die von ihnen angebotenen Produkte, sondern auch auf die Benutzerfreundlichkeit ihrer Plattformen, Daten und digitalen Erfahrung.

Laut Andreetto wird die Zukunft der Vermögensverwaltung voraussichtlich von mehreren Entwicklungen geprägt sein, darunter:

  • Digitalisierung entlang des gesamten Anlageprozesses;
  • Tokenisierung und die Entwicklung der Marktinfrastruktur;
  • breitere Verfügbarkeit privater Vermögenswerte über ETF-Strukturen;
  • nahtloserer digitaler Vertrieb für eine neue Generation von Anlegern

„Die nächste Generation von Anlegern unterscheidet sich dadurch, dass sie rund um die Uhr digitalen Zugriff auf ihr Vermögen hat und zudem in sehr transparente, effiziente und handelbare Anlageinstrumente investieren möchte. Was wir für die nächste Generation von Kunden aufbauen, ist eine Vermögensverwaltung der Zukunft: ETFs auf der einen Seite und der digitale Vertrieb auf der anderen“, so Andreetto.

In der Vergangenheit konkurrierten ETF-Anbieter vor allem hinsichtlich der Produktpalette und des Preises. Mit der zunehmenden Etablierung von ETFs verlagert sich der Wettbewerb immer mehr auf die breitere Infrastruktur rund um diese Produkte. Berater legen zunehmend Wert auf Tools zum Portfolioaufbau, Unterstützung bei der Erstellung von Modellportfolios, Anleitungen zur Umsetzung sowie kundenorientierte Ressourcen, die ihnen helfen, Anlageentscheidungen klar zu erläutern.

Vor fünfundzwanzig Jahren bestand die zentrale Herausforderung im Zugang. Heute hat die Demokratisierung des Investments die Märkte für ein viel breiteres Publikum geöffnet, aber sie hat auch eine größere Auswahl und höhere Erwartungen mit sich gebracht. Da nun weltweit Tausende von ETFs verfügbar sind, benötigen Anleger und Berater klarere Methoden, um Optionen zu vergleichen, Risiken zu verstehen und Portfolios mit Zuversicht aufzubauen.

In Sachen Transparenz wurde die Messlatte ebenfalls höher gelegt. Anleger erwarten zunehmend zeitnahe Markteinblicke, informative Inhalte sowie klare Erläuterungen zur Portfolio-Positionierung. Infolgedessen werden Anbieter nicht nur auf Grundlage der Performance und Kosten beurteilt, sondern auch auf Grundlage der Qualität der von ihnen bereitgestellten Informationen, Tools und Unterstützung.

Die nächste Chance für ETFs

Die Chancen beschränken sich nicht auf Aktienengagements. Während Aktien weiterhin den größten Teil des Marktes ausmachen, werden ETFs zunehmend genutzt, um Zugang zu Rentenmärkten zu erhalten, aktive Strategien umzusetzen und diversifizierte Multi-Asset-Portfolios aufzubauen. Sie expandieren zudem in spezialisiertere Bereiche, die früher als über eine ETF-Struktur schwer zugänglich galten.

Die jüngsten Produkteinführungen von State Street zeigen, wie stark sich der ETF-Markt weiterentwickelt hat. Das Unternehmen hat 2024 seinen ersten aktiven ETF und in diesem Frühjahr seinen ersten breit angelegten Rohstoff-ETF für europäische Anleger auf den Markt gebracht. Die Zusammenarbeit mit Blackstone bei einem aktiv verwalteten CLO-ETF vereint mehrere der Trends, die die nächste Generation von ETFs definieren: aktives Management, spezialisierte Engagements in festverzinslichen Wertpapieren und strategische Partnerschaften.

„Wir sehen, dass die Anforderungen unserer Kunden mittlerweile weitaus umfassender sind und sich über verschiedene Anlageklassen erstrecken. Die Kunden halten wirklich nach Innovationen Ausschau“, sagt Marie-Ann Heeren, Leiterin des Bereichs Client Coverage Europe bei State Street Investment Management.

Während es in den ersten 25 Jahren von ETFs in Europa um den Zugang ging, dürfte die nächste Phase durch Flexibilität, Diversifizierung und die Qualität der Unterstützung geprägt sein, die Anbieter einer neuen Generation von Anlegern bieten.

„Heute muss man nicht mehr erläutern, was ETFs sind, sondern, wie man ETFs einsetzt. Das ist das Gespräch, das wir mit der nächsten Generation führen, die weitaus versierter im Umgang mit den ihr zur Verfügung stehenden Instrumenten ist und weiß, wie sie ihre Portfolios aufbaut“, so Antoine Lesné, Leiter des Bereichs ETF Specialists, EMEA, bei State Street Investment Management.

Erfahren Sie mehr über die vergangenen (und kommenden) 25 Jahre der State Street ETFs in Europa.