Einführung in das Thema ETFs

Wie ETFs erstellt und zurückgenommen werden

ETFs profitieren von einem einzigartigen Verfahren, das als Erstellung/Rücknahme bezeichnet wird. In Kürze:

  • Bei der Erstellung werden alle zugrunde liegenden Wertpapiere gekauft und in die Struktur eines börsengehandelten Fonds eingebracht
  • Die Rücknahme ist der Prozess, bei dem der ETF in die einzelnen Wertpapiere „zurückgewandelt“ wird

Dieser Prozess unterscheidet ETFs von anderen Anlagen und bildet die Grundlage für viele ihrer Vorteile, von verbesserter Steuereffizienz bis hin zu erhöhter Liquidität. Aber es steckt noch viel mehr dahinter.


Prozess der Erstellung/Rücknahme von ETFs

Die Erstellung und Rücknahme von ETFs erfolgt auf dem Primärmarkt zwischen dem Betreiber des ETFs und den autorisierten Beteiligten (Authorized Participants, APs). APs sind in den USA registrierte, selbst abwickelnde Broker-Dealer, die das Angebot von ETF-Anteilen auf dem Sekundärmarkt regulieren.

Erstellung

Autorisierte Beteiligte erstellen ETF-Anteile in großen Stückzahlen – sogenannte Erstellungseinheiten – indem sie die zugrunde liegenden Wertpapiere des Fonds in ihren entsprechenden Gewichtungen zusammenstellen, um die Größe der Erstellungseinheit zu erreichen, die in der Regel 50.000 ETF-Anteile beträgt. Der AP liefert diese Wertpapiere dann an den ETF-Betreiber (wie wir bei SPDR ETFs).

Im Gegenzug bündelt der ETF-Betreiber die Wertpapiere in einem sogenannten ETF-Wrapper und liefert die ETF-Anteile an den AP. Diese neu erstellten ETF-Anteile werden dann auf dem Sekundärmarkt eingeführt, wo sie zwischen Käufern und Verkäufern über die Börse gehandelt werden.

Wenn die Nachfrage steigt, können auf diese Weise weitere ETF-Anteile erstellt werden. Dadurch kann die Liquidität der zugrunde liegenden Wertpapiere eines ETF die Liquidität des ETF selbst erhöhen.

Rücknahme

APs können ETF-Anteile auch durch die Umkehrung dieses Prozesses zurücknehmen. Große Mengen von ETF-Anteilen, die als Rücknahmeeinheiten bezeichnet werden, werden auf dem Sekundärmarkt gesammelt und dann an den Betreiber des ETF im Austausch gegen die zugrunde liegenden Wertpapiere in der entsprechenden Gewichtung, die dieser Rücknahmeeinheit entspricht (wiederum in der Regel 50.000 Anteile), geliefert.

Da die Rücknahme dem Prozess der Erstellung entgegengesetzt ist, kann der ETF bei nachlassender Nachfrage wieder in einzelne Wertpapiere zerlegt werden.

Infolge des Erstellungs-/Rücknahmeprozesses muss der ETF-Portfoliomanager in der Regel keine Wertpapiere kaufen oder verkaufen, es sei denn zum Zwecke der Neugewichtung.


Erstellung und Rücknahme in Aktion

Sehen Sie sich diese kurze Animation an, um zu erfahren, wie diese Partnerschaft funktioniert und wie der Prozess der Erstellung und Rücknahme viele der Vorteile von ETFs ausmacht.


Vorteile des Erstellungs-/Rücknahmeprozesses


Der Prozess der Erstellung und Rücknahme mag kompliziert erscheinen, aber er gehört zu den Mechanismen, die die potenziellen Vorteile von ETFs ausmachen.

  • Aufschlag/Abschlag: Aufgrund des Erstellungs-/Rücknahmeprozesses beobachten die APs die Nachfrage nach ETFs stets genau und kaufen oder verkaufen dann als Reaktion darauf Anteile. Indem sie ETF-Anteile dem Markt hinzufügen oder vom Markt abziehen, sorgen sie dafür, dass der Kurs eines ETF-Anteils eng mit dem Wert der im Portfolio gehaltenen Vermögenswerte übereinstimmt, wodurch übermäßige Auf- oder Abschläge des ETF-Marktpreises gegenüber dem Nettoinventarwert (Net Asset Value, NAV) des ETF vermieden werden.
  • Liquidität: Darüber hinaus werden durch die Erstellung/Rücknahme zwei Liquiditätsebenen innerhalb eines ETF erstellt. Es gibt eine Ebene der verfügbaren Liquidität auf dem Sekundärmarkt und eine Ebene der Liquidität der zugrunde liegenden Wertpapiere. Aus diesem Grunde ist das ETF-Handelsvolumen kein allumfassendes Maß für die Liquidität des Fonds insgesamt. Um die gesamte Liquidität eines ETFs zu verstehen, müssen Anleger auch die Liquidität der zugrunde liegenden Wertpapiere berücksichtigen.