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Euro High Yield im Aufwärtstrend

Obwohl Hochzinsanleihen in letzter Zeit durch die Unsicherheit neuer COVID-Varianten vor Herausforderungen standen, sehen wir immer noch Gründe, eine übergewichtete Positionierung in dieser Anlageklasse beizubehalten, insbesondere in europäischen Hochzinsanleihen. Das Wachstum in Europa ist nach wie vor stark, die Unternehmen scheinen in guter Verfassung zu sein und die Unterstützung durch die EZB wird wohl bestehen bleiben.


Ein Argument für europäische Hochzinsanleihen

Die jüngsten Turbulenzen bei den Risikoanlagen wurden durch die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen COVID-Varianten ausgelöst. Hochzinsanleihen gehörten zu den betroffenen Anlageklassen, wobei sich die Spreads zu Staatsanleihen im Juli ausweiteten. Der Abbau übermäßig übergewichteter Positionen in Hochzinsanleihen war auch darauf zurückzuführen, wie eng die Spreads geworden waren, aber es gibt Gründe, übergewichtete Positionen in Hochzinsanleihen und insbesondere in europäischen Hochzinsanleihen beizubehalten.

Das Wachstum ist immer noch stark. Die Wirtschaftsdynamik mag sich nicht mehr beschleunigen, bleibt aber stark. Der endgültige Composite PMI für den Euroraum vom Juni war höher als der vom Mai, was darauf hindeutet, dass der Aufschwung weiterhin fest verankert ist. Angesichts des Anstiegs der COVID-Infektionen ist die Frage berechtigt, inwieweit sich dies als nachhaltig erweisen wird. Aber der bevorzugte Weg der Politiker scheint jetzt zu sein, zu impfen und dann zu lernen, mit der Krankheit zu leben. Es ist schwer vorstellbar, dass es zu einer neuen Runde wirtschaftlicher Lockdowns kommt. Darüber hinaus bleibt die Finanzpolitik locker, wobei die Ausgaben von sofortigen Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen auf längerfristige Investitionsstrategien umgestellt werden.

Die Unternehmen scheinen in guter Verfassung zu sein. Das große Risiko für den Hochzinsmarkt sind nach wie vor Herabstufungen und Zahlungsausfälle. Die Kombination aus staatlichen Unterstützungsmaßnahmen und günstigen Finanzierungsbedingungen hat jedoch dazu geführt, dass die Bilanzen der Unternehmen in guter Verfassung sind. Dies zeigt sich in Europa, wo sowohl die Ratingagenturen S&P als auch Moody's für das zweite Quartal 2021 ein Verhältnis von Heraufstufungen zu Herabstufungen von deutlich über 1 ausweisen.1

Politische Unterstützung durch die EZB wird beibehalten. Die Auswirkungen des neuen geldpolitischen Rahmens der EZB wurden auf der letzten Sitzung deutlich gemacht: Die EZB wird noch lange Zeit Anleihen kaufen. Die Käufe von Unternehmensanleihen beliefen sich im bisherigen Jahresverlauf auf insgesamt 46,4 Mrd. EUR und obwohl sie sich nicht auf den Markt für Hochzinsanleihen erstrecken, dürften die Mittelzuflüsse in Staatsanleihen und Investment-Grade-Kredite, die die Renditen gedrückt haben, dafür sorgen, dass das Streben nach Rendite als Marktthema bestehen bleibt.

Die Renditeaufschläge für Hochzinsanleihen gegenüber Staatsanleihen sind aus historischer Sicht nach wie vor eng, aber für den Bloomberg Barclays Liquidity Screened Euro High Yield Bond Index liegt der optionsbereinigte Renditeaufschlag (OAS) mit rund 290 Basispunkten immer noch deutlich über den Tiefstständen der letzten fünf Jahre von knapp über 200 Basispunkten. Dasselbe gilt für den US-High Yield Spread, wo der Bloomberg Barclays US Corporate High Yield Bond Index Spread nur 30 Basispunkte von den Tiefstständen entfernt ist, die Anfang Juli 2021 erreicht wurden.

Der europäische Index stellt auch einen relativ besseren Wert dar, da die direkten Renditen des US-Index zwar höher sein mögen, dies aber auf die höhere Rendite der zugrunde liegenden Staatsanleihen zurückzuführen ist. Tatsächlich sind die Spreads der beiden Indizes bemerkenswert ähnlich2 , d.h. der zusätzliche Renditegewinn, den ein Anleger durch die Übernahme von Kreditrisiken ohne Investment-Grade-Rating in den jeweiligen Märkten erhält, ist sehr ähnlich. Da die Ratings der beiden Indizes gleich sind, scheint dies auf den ersten Blick nicht widersprüchlich zu sein. Allerdings wurde der US-Index in der Regel mit einer breiteren OAS gehandelt als sein Pendant im Euroraum, und die OAS war in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt 50 Basispunkte breiter3 , was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass der US-Index eine um ein halbes Jahr längere Duration aufweist.

Kurz gesagt, Anleger in europäische Hochzinsanleihen gehen bei gleichem Renditeanstieg gegenüber dem risikolosen Zinssatz ein geringeres Kursrisiko ein. Das höhere Wachstum und die höhere Inflation in den USA in Verbindung mit den Gerüchten über eine Zinsanpassung (die für den Spätsommer erwartet wird) bedeuten, dass wir bei der Duration in den USA weiterhin vorsichtig sind. Die Duration mag den Anlegern Anfang Juli geholfen haben, aber wie Abbildung 1 zeigt, waren die Renditen für US-Hochzinsanleger wesentlich volatiler. Auffallend ist der bemerkenswert stetige Anstieg der europäischen Hochzinsanleihen. Die Marktschwankungen im Juli hatten nur begrenzte Auswirkungen auf den Bloomberg Barclays Liquidity Screened Euro High Yield Bond Index, da die Ausweitung des Spreads gegenüber Staatsanleihen fast vollständig durch die Verschiebung der niedrigeren Renditekurven der Staaten ausgeglichen wurde.

Vergleich Euro vs. US High Yield Index Total Return

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