Global Market Outlook


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Ertragserwartungen: Wachstums- und Qualitätsassets besonders vielversprechend

Die weltweiten Aktienmärkte haben 2020 ihre Widerstandsfähigkeit bewiesen – beispiellose geld- und fiskalpolitische Maßnahmen haben den dafür nötigen Auftrieb gebracht. 2021 dürften die Unsicherheiten der Pandemie präsent bleiben werden: Während die Welle der Neuinfektionen die Märkte weiter vor Herausforderungen stellen wird, werden Anzeichen einer medizinischen Lösung für Kursanstiege sorgen.

Chief Portfolio Strategist

Im Allgemeinen ziehen wir Aktien anderen Anlageklassen vor, da sie nach wie vor recht attraktive Überschussrenditen bieten. Der Aktienrisikoaufschlag an den entwickelten Aktienmärkten stand zum 31. Oktober 2020 bei 5,5 % und lag damit um 46 Basispunkte höher als vor einem Jahr. Der Risikoaufschlag für US-Aktien übersteigt den europäischer Aktien, was in erster Linie dem vergleichsweise stärkeren Rückgang der US-Anleiherenditen geschuldet ist. (Auch die Gewinnaussichten amerikanischer Unternehmen sehen rosiger aus als die ihrer europäischen Pendants). An den weltweiten Schwellenländermärkten liegt der Aufschlag zwar leicht unter dem Vorjahresniveau, hat sich aber wieder in Richtung der langfristigen Durchschnitte erholt.

Die Fundamentaldaten sind weiterhin völlig von den Aktienkursschwankungen entkoppelt. Im zweiten Jahr nun sind damit die Aktienrenditen vor allem aufgrund höherer Bewertungen – die ihrerseits Konjunkturpaketen zu verdanken sind – gestiegen und nicht aufgrund höherer Gewinne. Damit die Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend fortsetzen, müssen es die Unternehmensgewinne aus der Talsohle schaffen. Auch wenn sicherlich noch weitere staatliche Konjunkturpakete geschnürt werden, die die jetzigen Erwartungen noch übertreffen, dürfte der Spielraum für weitere Maßnahmen begrenzt sein. Quantitative Lockerung wird nicht genügen.

Nachdem die Entwicklungen am Markt seit Monaten den Gewinnen vorausgeeilt war, wurden die Gewinnerwartungen nun von der Realität der Coronapandemie eingeholt. Im Vergleich zu anderen Regionen dürften die Gewinne in Nordamerika unserer Ansicht nach am ehesten die Erwartungen erfüllen (siehe Abbildung).

Abbildung. Unserer Ansicht nach dürfte die Wahrscheinlichkeit einer Enttäuschung bei den Gewinnen in Nordamerika am geringsten sein.

Quelle: State Street Global Advisors, Bloomberg – Stand: 31. Oktober 2020.

Der klare Fokus auf das Ertragspotenzial bringt einige wichtige Aspekte mit sich, die Anleger 2021 bedenken sollten:

Wir sind zuversichtlich, dass die Wachstums- und Qualitätsassets die an sie gestellten Gewinnerwartungen erfüllen werden. Gemessen an der gesamten Marktkapitalisierung trugen die Wachstumsunternehmen überproportional zu den Gewinnen bei, sodass sich die Bewertungen dieser Unternehmen nun auch durch das Ertragswachstum rechtfertigen lassen.

Der Individualverbrauch dürfte sich 2021 wieder erholen, und Anleger sollten diese Entwicklung im Blick behalten. Die Konsumausgaben haben sich seit dem jüngsten Tief im April weltweit kräftig erholt. Trotz des jüngsten Anstiegs der Arbeitslosigkeit haben die Haushaltseinkommen von den Konjunkturprogrammen profitiert, während höhere Ersparnisse die Vermögen der Haushalte gestützt haben. In einigen Ländern wurden angesichts steigender Infektionsraten zwar wieder Ausgangsbeschränkungen angeordnet, diese sind jedoch größtenteils weniger streng als die im Frühjahr 2020 verhängten umfassenden Lockdowns. Mit einer Konjunkturerholung und einem Nachfragezuwachs bei Gütern und Dienstleistungen rechnen wir damit, dass sich die Verbraucherausgaben 2021 wieder überdurchschnittlich entwickeln werden.

Vor diesem Hintergrund erwarten wir eine besonders robustes Ertragswachstum in China, das von einer Erholung von Wachstum und Konsumausgaben gestützt wird. Insgesamt erfordern die Digitalisierungs- und Konsumtrends eine Neubewertung der Aktienengagements in Schwellenländern. Diesbezüglich bevorzugen wir chinesische Aktien und Wachstumswerte.

Bei der Zusammenstellung dieses Market Outlooks für den Aktienmarkt sind wir uns einiger Unsicherheiten bewusst, die wesentliche Risiken für unser Basisszenario darstellen. In den Tagen nach der US-Wahl wurde die Zinskurve steiler und der MOVE-Index legte nach einer Ruhephase zu – Zeichen steigender Inflationserwartungen. Da der Senat nun durch die Demokraten kontrolliert wird, könnte die fiskalische Expansion über die derzeitigen Erwartungen hinausgehen und der Inflationsdruck weiter steigen. Der Handel reflationärer Assets würde zulegen.

Das Risiko eines baldigen Inflationsanstiegs behalten wir zwar genau im Auge, bislang jedoch dürfte es dazu eher erst nach 2021 kommen. In diesem Jahr favorisieren wir Wachstums- und Qualitätsaktien und ermutigen Anleger, ein Engagement in den beiden Märkten zu erwägen, deren Ertragsentwicklung wir derzeit für am vielversprechendsten halten: Nordamerika und China.

SPDR ETFs: Wie Themen zum Einsatz kommen

Die USA wird voraussichtlich in diesen Aktien nicht enttäuschen
SPDR S&P 500 UCITS ETF (Dist) (SPY5 GY)
SPDR S&P 400 U.S. Mid Cap UCITS ETF (SPY4 GY)
SPDR Russell 2000 U.S. Small Cap UCITS ETF (Acc) (ZPRR GY)

Fokus auf die USA und Einkommen
SPDR S&P U.S. Dividend Aristocrats UCITS ETF (SPYD GY)

Fokus auf China
SPDR MSCI EM Asia UCITS ETF (SPYA GY)

Sektoren der Wahl in der wirtschaftlichen Erholung für 2021
SPDR S&P U.S. Industrials Select Sector UCITS ETF (ZPDI GY)
SPDR MSCI Europe Consumer Discretionary UCITS ETF (SPYR GY)
SPDR MSCI World Health Care UCITS ETF (WHEA NA)